rTMS vs. tDCS: Was ist der Unterschied?
rTMS und tDCS sind beides nicht-invasive Verfahren der Neuromodulation, aber sie wirken auf verschiedene Weise. Vereinfacht: rTMS nutzt starke Magnetimpulse, die Nervenzellen direkt zum Feuern anregen; tDCS nutzt schwachen Gleichstrom, der die Erregbarkeit von Hirnarealen sanft verschiebt. rTMS ist stärker, besser belegt und apparativ aufwendiger; tDCS ist milder, günstiger und alltagstauglicher. Welches Verfahren zu Ihnen passt, entscheidet nicht die Mode und nicht das Gerät, das gerade frei ist, sondern Ihr Befund.
Zuletzt aktualisiert: 2026-07-25 · Medizinisch verantwortet von Dr. med. univ. Julian Douwes

Der Kernunterschied: Magnetimpuls vs. Gleichstrom
rTMS (repetitive transkranielle Magnetstimulation) erzeugt über eine Spule kurze, kräftige Magnetfelder, die im Gewebe elektrische Ströme induzieren und Nervenzellen direkt zum Feuern bringen. Man spricht deshalb von einem überschwelligen Verfahren: Es löst aktiv Aktionspotenziale aus.
tDCS (transkranielle Gleichstromstimulation) leitet dagegen einen sehr schwachen, konstanten Gleichstrom über zwei Elektroden durch die Kopfhaut. Dieser Strom feuert keine Zellen selbst, sondern macht es einer Region nur etwas leichter oder schwerer, aktiv zu werden, ein unterschwelliges, modulierendes Verfahren.
Vergleich auf einen Blick
- Wirkprinzip: rTMS: Magnetimpuls, löst Feuern aus. tDCS: Gleichstrom, verschiebt Erregbarkeit.
- Stärke: rTMS fokussierter und kräftiger. tDCS milder und großflächiger.
- Evidenz: rTMS ist bei Depression sehr gut belegt und vielerorts zugelassen. tDCS zeigt wachsende, aber insgesamt schwächere und uneinheitlichere Evidenz.
- Sitzung: rTMS meist 3–40 Minuten am Gerät. tDCS 20–30 Minuten, apparativ deutlich einfacher.
- Empfinden: rTMS: Klopfen auf der Kopfhaut. tDCS, leichtes Kribbeln oder Jucken unter den Elektroden.
- Aufwand & Kosten: rTMS technisch anspruchsvoller und teurer; tDCS günstiger. Konkrete Kosten hängen immer vom individuellen Plan ab.
Wie unterscheidet sich die Evidenzlage?
rTMS bei Depression gehört zu den am besten untersuchten neuromodulativen Verfahren, mit zahlreichen randomisierten Studien und Metaanalysen sowie Zulassungen in mehreren Ländern. tDCS hat ebenfalls eine wachsende Studienbasis, etwa bei Depression oder chronischen Schmerzen, doch die Ergebnisse sind heterogener und die Effektstärken oft geringer.
Das heißt nicht, dass tDCS „schlechter" ist: Es kann als milderes, gut verträgliches Verfahren sinnvoll sein, etwa ergänzend oder wenn rTMS nicht infrage kommt. Den jeweiligen Evidenzstand weisen wir auf jeder Behandlungsseite transparent aus, siehe auch Wissenschaft.
Welches Verfahren passt zu wem?
Pauschal lässt sich das nicht sagen. rTMS ist oft die erste Wahl, wenn eine kräftige, fokussierte Stimulation eines klar umschriebenen Areals sinnvoll ist, etwa bei Depression, die auf Medikamente nicht ausreichend anspricht. tDCS kann passen, wenn ein milderer, breiterer Ansatz gefragt ist oder rTMS aus Sicherheitsgründen ausscheidet.
Entscheidend ist bei uns der Befund: Am Anfang steht ein strukturiertes Assessment, bei Bedarf ergänzt um ein qEEG-Brainmapping, das zeigt, welches Netzwerk aus dem Gleichgewicht ist. Erst dann wählen wir Verfahren, Areal und Dosis. Manchmal ist auch eine Kombination oder ein ganz anderer Weg sinnvoll.
Was das für Ihre Entscheidung heißt
Sie müssen sich nicht selbst zwischen rTMS und tDCS entscheiden; das ist eine ärztliche Abwägung auf Basis Ihres Befunds, Ihrer Vorgeschichte und Ihrer Ziele. Beide Verfahren sind nicht-invasiv, ambulant und ohne Narkose. Wie Sie auf welches Verfahren ansprechen, zeigt der Verlauf; deshalb messen wir ihn und justieren nach. Der erste Schritt ist ein kostenloses Erstgespräch.
Am einfachsten klären Sie Ihre Fragen im kostenlosen Erstgespräch. Was Sie konkret erwartet und wo wir behandeln, erfahren Sie unter Standort.
Häufige Fragen
Ist rTMS oder tDCS besser?
Was ist der Hauptunterschied zwischen rTMS und tDCS?
Ist tDCS sanfter als rTMS?
Kann man rTMS und tDCS kombinieren?
Was kostet rTMS im Vergleich zu tDCS?
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Was für Sie infrage kommt, zeigt das strukturierte Assessment. Das kostenlose Erstgespräch dauert 15 bis 20 Minuten und klärt, ob sich dieser Weg für Sie lohnt.