TPS –
fokussierte Impulse tief ins Netzwerk
„Da kann man nichts mehr machen“ ist bei Alzheimer ein Satz über die Grenzen von Medikamenten, nicht über den Menschen, um den Sie sich sorgen. TPS schickt kurze, fokussierte Druckimpulse millimetergenau in definierte Hirnregionen, auch in tiefere Areale, an die Magnetspulen nicht heranreichen, und hat bei der Alzheimer-Demenz die beste Datenlage. Was davon für einen konkreten Menschen sinnvoll ist, klärt das Assessment mit Bildgebung, Befunden und einem Gespräch, zu dem Angehörige ausdrücklich dazugehören.
TPS ist ein nicht-invasives Verfahren, das mit einzelnen, sehr kurzen fokussierten Stoßwellen arbeitet, also mit akustischen Druckimpulsen statt mit Magnetfeldern oder Strom. Die Impulse durchdringen die Schädeldecke schmerzarm und wirken in einem gewählten Zielpunkt, der Millimeter groß ist. Weil sich ein Druckimpuls fokussieren lässt, erreicht TPS auch Strukturen, die für rTMS zu tief liegen.
Gerät bei uns: Storz Neurolith
Der Wirkmechanismus, verständlich
Am Storz Neurolith führt der Arzt einen ergonomischen Handapplikator am Kopf entlang; eine Infrarot-Kamera und ein Tracking-System verknüpfen den Applikator in Echtzeit mit Ihrem MRT-Datensatz, sodass die Zielregion navigiert angesteuert wird. Jeder Impuls erzeugt kurz mechanische Kräfte im Gewebe (Mechanotransduktion), die die Freisetzung von Wachstums- und Gefäßfaktoren und die Durchblutung anregen und damit Neuroplastizität begünstigen können. Welche Regionen wir anfahren, folgt aus dem Assessment: Bildgebung, neurologische Befunde, Fragebögen, bei Bedarf ein qEEG.
Für uns ist TPS vor allem ein Weg, das funktionelle Gleichgewicht zu regulieren, ohne zusätzliche Medikamente einzusetzen — mit dem Ziel, Funktion und Lebensqualität wiederherzustellen.
Was Sie erwartet
Sie sitzen entspannt; ein Gel koppelt den Applikator an die Kopfhaut. Eine Sitzung dauert etwa 30 Minuten, eine Serie umfasst meist mehrere Sitzungen über zwei bis drei Wochen. Pro Impuls spüren Sie ein kurzes, leichtes Klopfen; gelegentlich treten vorübergehend leichte Kopfschmerzen, ein Druckgefühl oder Müdigkeit auf. Eine Narkose ist nicht nötig, und Sie sind sofort wieder alltagsfähig. Unsere Beobachtung bei beginnender Demenz: Bei einigen Menschen mit beginnender Demenz zeigen sich Veränderungen im Verlauf zuerst bei Antrieb und Stimmung, erst danach in den Gedächtnistests; das deckt sich mit den Studien zu Depression bei Alzheimer. Es ist einer der Gründe, warum wir TPS mit Bewegung, Schlaf und Entzündungsdiagnostik verbinden, auch dort, wo große Studien zur Kombination fehlen, als individuellen, aufgeklärten Heilversuch, und die Verläufe in jedes nächste Konzept einfließen lassen.
CE-zertifiziert ist TPS für die Behandlung der Alzheimer-Demenz; bei anderen Indikationen wie depressiven Symptomen oder Autismus-Spektrum-Störungen setzen wir sie off-label ein, als individuellen, aufgeklärten Heilversuch, wenn Assessment und ärztliche Einschätzung dafürsprechen. TPS ist bei uns ein Werkzeug von mehreren. Nervenzellen sind die energiehungrigsten Zellen des Körpers, und eine Entzündung, die im Körper weiterläuft, erreicht das Gehirn über Botenstoffe; deshalb gehören Entzündungsmarker, die Energieversorgung der Mitochondrien und der Schlaf in denselben Plan wie die Impulse.
Alle Erkrankungen im Überblick — und was für Sie infrage kommt, entscheidet das Assessment, bei Bedarf mit qEEG.
Was die Forschung zeigt
Peer-reviewte Arbeiten zu TPS (Transkranielle Pulsstimulation) — nach Evidenzgrad eingeordnet. Keine Studie beweist einen individuellen Behandlungserfolg.
Ultraschall-Neuromodulation mit transkranieller Pulsstimulation bei Alzheimer: randomisierte klinische Studie
Transkranielle Pulsstimulation bei Alzheimer-Erkrankung
Neuromodulatorische Effekte der transkraniellen Pulsstimulation bei neurologischen und psychiatrischen Störungen: systematischer Review und Metaanalyse
Ultraschall-Neuromodulation als neue Demenztherapie – Untersuchung möglicher Langzeit-Confounder
TPS verbessert Depression bei Alzheimer-Patienten unter leitliniengerechter Therapie
Antidepressiver Effekt der transkraniellen Pulsstimulation bei neuropsychiatrischen Störungen: retrospektive Analyse
Effekte der transkraniellen Pulsstimulation bei Autismus-Spektrum-Störung: doppelblinde, randomisierte, scheinkontrollierte Studie
Sicherheit und Wirksamkeit der transkraniellen Pulsstimulation bei Autismus-Spektrum-Störung: doppelblinde, randomisierte, scheinkontrollierte Studie
Mehr: Wissenschaft & Studien.
Für TPS bei Alzheimer liegt eine randomisierte klinische Studie vor, dazu klinische Studien und eine Metaanalyse über neurologische und psychiatrische Indikationen; bei Depression und Autismus ist die Evidenz noch jung. Welche Areale wir anfahren und was neben den Impulsen behandelt wird, richtet sich nach Ihrem Befundbild, und der Verlauf wird nachgemessen.
Getragen vom Clinicum St. Georg, unter ärztlicher Leitung von Dr. med. univ. Julian Douwes. Ambulant, evidenzgraduiert, auf Ihr Profil abgestimmt. Mehr zu unserem Programm.
Erkrankungen, bei denen wir TPS einsetzen
Ob das Verfahren für Sie infrage kommt, entscheidet das Assessment, nicht die Diagnose allein.
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