Was ein MRT nicht zeigt:
wie Ihr Gehirn arbeitet
Am Anfang steht bei jedem Patienten ein strukturiertes Assessment. Wenn die Fragestellung es verlangt, kommt das qEEG-Brainmapping dazu: Es misst die elektrische Aktivität Ihres Gehirns nach dem 10-20-System und vergleicht sie mit einer Normdatenbank. Rund 60 Minuten, schmerzfrei, ohne Strahlung.
„Alle Werte unauffällig“ beschreibt, was gemessen wurde. Nicht, was fehlt.
Vielleicht kennen Sie den Satz. Blutbild in Ordnung, MRT ohne Befund, und trotzdem arbeitet der Kopf nicht wie vor zwei Jahren. Beides waren richtige Untersuchungen, und beide fragen nach Substanz und Struktur: Fehlt etwas im Blut, ist im Gehirn etwas beschädigt oder verschoben? Wie Ihr Gehirn arbeitet, in welchem Rhythmus, wie gut seine Netzwerke zusammenspielen, ist eine dritte Frage. Genau die stellt das qEEG-Brainmapping. Ob es bei Ihnen dazukommt, entscheidet das Assessment, mit dem bei uns jede Planung beginnt; wie es weitergeht, steht unter Methode.
Erst das Assessment — dann, wenn nötig, das qEEG
Das qEEG ist der Schwerpunkt dieser Seite und nie die erste Messung. Vor ihm steht das Assessment, das jeder Patient bekommt: Anamnese, vorhandene Befunde, Fragebögen, klinische Untersuchung, bei Bedarf Labor und Bildgebung. Ob ein qEEG dazukommt, entscheiden wir danach, nicht vorher. Ein Arzt liest alle Ebenen zusammen; daraus entsteht Ihr Programm.
Bildgebung
Ihr MRT-Befund gehört dazu, gerade wenn er unauffällig war: Er schließt strukturelle Ursachen aus und lenkt den Blick auf die Funktion.
Funktionelle & neurologische Diagnostik
Die Herzratenvariabilität zeigt, ob Ihr autonomes Nervensystem noch in die Erholung umschaltet; die neurologische Untersuchung prüft den Kreislauf im Stehen und schließt fokale Ursachen aus.
Klinische Assessments
Strukturierte Selbst- und Fremdeinschätzung, dazu die Gehirn-Netzwerk-Analyse und Verlaufsfragebögen: So wird das, was Sie erleben, vergleichbar und im Verlauf messbar.
qEEG-Brainmapping
Wenn die Fragestellung es verlangt: die elektrische Aktivität Ihres Gehirns, an 32 Punkten aufgezeichnet und mit einer Normdatenbank verglichen. Der Schwerpunkt dieser Seite.
Laboranalytik
Entzündungs-, Stoffwechsel-, Hormon- und Vitalstoffwerte liefern den körperlichen Kontext, in dem Ihr Gehirn arbeitet.
Ihre eigenen Hirnrhythmen — im Vergleich zur Norm
Ein EEG zeichnet die elektrische Eigenaktivität Ihres Gehirns auf, Millisekunde für Millisekunde. Das quantitative EEG (qEEG) rechnet daraus, wie stark jeder Rhythmus an jedem Messpunkt vertreten ist, und vergleicht das mit einer alters- und geschlechtsabgestimmten Normdatenbank. Das Ergebnis ist eine Karte: Sie zeigt, wo Ihr Gehirn vom typischen Bereich abweicht, und in welche Richtung.
Das Raster, das jedes klinische EEG nutzt
Die Sensoren sitzen nach dem internationalen 10–20-System, dem seit Jahrzehnten gültigen Standard für die Elektrodenplatzierung: Jeder Messpunkt liegt in festem Abstand über einer bestimmten Hirnregion, Fp1 über dem linken Stirnhirn, O2 über dem rechten Sehzentrum. Dadurch ist Ihre Messung mit der Normdatenbank vergleichbar, und später mit Ihrer eigenen. Eine weiche Haube hält die Elektroden, etwas leitfähiges Gel sorgt für Kontakt. Die Sensoren empfangen Ihre Hirnströme; es wird nichts in das Gehirn gesendet.

Rund 60 Minuten — Sie sitzen, die Haube hört zu
Die eigentliche Ableitung dauert typischerweise etwa eine Stunde. Sie sitzen ruhig, atmen normal und lassen die Gedanken laufen; das Gerät zeichnet auf, was Ihr Gehirn dabei tut.
- 1
Ankommen
Sie kommen in Bad Aibling an, und wir gehen die Schritte einmal gemeinsam durch. Nichts nüchtern, kein Kontrastmittel, keine Vorbereitung.
- 2
Haube anlegen
Die weiche Haube mit 32 Sensoren wird aufgesetzt und nach dem 10–20-Raster ausgerichtet. Etwas Kontaktgel an jedem Punkt; das kühlt kurz, mehr nicht.
- 3
Ableitung, Augen offen
Sie sitzen entspannt, Augen offen. Die Sensoren lesen Ihre Hirnströme mit. Es wird nichts gesendet, nichts stimuliert.
- 4
Ableitung, Augen geschlossen
Ein zweiter Abschnitt mit geschlossenen Augen. Der Ruhezustand zeigt, in welchem Grundrhythmus Ihr Gehirn läuft, wenn es nichts tun muss.
- 5
Kurze Aufgabe (optional)
Je nach Fragestellung eine kurze Konzentrations- oder Leseaufgabe. So sehen wir, ob das Gehirn hochschaltet, wenn es gefordert ist.
- 6
Fertig, Sie gehen heim
Haube ab, das Gel wäscht sich aus. Keine Nachwirkung, keine Ausfallzeit; Sie setzen Ihren Tag fort.
Nicht-invasiv · schmerzfrei · keine Ausfallzeit
Drei Ebenen — und Sie sehen Ihre eigene Karte auf dem Bildschirm
Frequenzbänder Delta–Gamma
Die klassischen EEG-Rhythmen, von langsam (Delta, Theta) bis schnell (Beta, Gamma). Auf der Karte sehen Sie für jede Region, ob ein Rhythmus über-, unter- oder normal ausgeprägt ist.
Konnektivität
Wie gut entfernte Regionen im Takt bleiben. Netzwerke können zu eng oder zu locker gekoppelt sein; beides zeigt sich im Zusammenspiel, nicht in einer einzelnen Region.
Vergleich zur Normdatenbank
Ihre Werte gegen eine alters- und geschlechtsabgestimmte Referenz. Was abweicht, wird als Zahl sichtbar, mit Richtung und Ausmaß, und lässt sich damit im Verlauf nachmessen.
qEEG · Alpha 8–12 Hz · relative Leistung
Die Karte wird zum Befund — und zum Plan
Aus dem Assessment, und aus der qEEG-Auswertung, wenn eine gemacht wurde, entsteht ein schriftlicher Befundbericht, den Sie verstehen können: was bei Ihnen vom Referenzbereich abweicht, im Gehirn wie im Körper, und was das im Zusammenhang mit Ihren Beschwerden bedeuten kann. Daraus leiten wir mit Ihnen Ihr Programm ab, mit Verfahren aus unserem Behandlungsportfolio, für die es bei Ihren Erkrankungen die beste Evidenz gibt. Jedes Verfahren trägt seinen Evidenzgrad: Medicine, graded by evidence.
Ein Arzt liest die Karte — kein Computer entscheidet.
Der Computer vergleicht Zahlen. Was diese Zahlen für Sie bedeuten, zusammen mit Ihrer Geschichte, Ihren Beschwerden und Ihren Zielen, beurteilt ein Mensch. Bei uns liest ein Arzt jede Karte persönlich; verantwortlich ist unser Chief Medical Officer Dr. med. univ. Julian Douwes, im Verbund des Clinicum St. Georg.
Das qEEG ist Diagnostik, keine Therapie, und es stellt keine Diagnose per Knopfdruck. Es zeigt eine Auffälligkeit und ihre Richtung. Was daraus folgt, entscheiden wir mit Ihnen auf dieser Grundlage.

Die Messung, die in Ihrer Akte noch fehlt
Im kostenlosen Erstgespräch klären wir in 15 bis 20 Minuten, ob ein qEEG-Brainmapping für Ihre Beschwerden sinnvoll ist, was der Termin in Bad Aibling umfasst und wie es danach weitergeht.