qEEG-Brainmapping –
erst messen, dann behandeln
Nicht jeder Patient bei uns bekommt ein qEEG, und das ist Absicht. Am Anfang steht bei allen ein strukturiertes Assessment: Anamnese, vorhandene Befunde, Fragebögen, klinische Untersuchung, bei Bedarf Labor und Bildgebung. Ein qEEG-Brainmapping kommt dazu, wenn die Fragestellung es verlangt, etwa vor einem Neurofeedback oder wenn unklar ist, welches Netzwerk hinter den Symptomen steht; dann zeigt es mit 32 Kanälen, was eine Symptomschilderung allein nicht zeigen kann.
qEEG steht für quantitatives EEG. Wir zeichnen Ihre Hirnströme auf und werten sie rechnergestützt aus: Frequenzbänder, Leistung und Konnektivität werden vermessen, als farbige topografische Karten („Brain Maps“) dargestellt und mit einer Normdatenbank verglichen. Das qEEG ist ein Diagnostik- und Orientierungsinstrument, keine Therapie, und es ersetzt keine ärztliche Diagnose; es gibt dem Arzt eine zusätzliche, objektive Information. Wer es bekommt: Menschen, bei denen wir Neurofeedback planen, bei denen die Wahl zwischen Verfahren am Netzwerkprofil hängt, oder bei denen Symptome und Befunde nicht zusammenpassen. Wer es nicht braucht: jemand mit klarer Indikation, bei dem Anamnese, Untersuchung und vorhandene Befunde die Behandlung schon tragen. Eine Messung, die keine Entscheidung verändert, lassen wir weg.
Gerät bei uns: Neuroelectrics Enobio 32 (32-Kanal-Wireless-EEG)
Der Wirkmechanismus, verständlich
Die Ableitung erfolgt mit dem Neuroelectrics Enobio 32, einem 32-Kanal-Wireless-EEG mit leichter Elektrodenkappe und kleiner NECBOX-Recording-Einheit. In Ruhe, mit offenen und geschlossenen Augen und bei Bedarf unter Aufgaben, wird die Aktivität an vielen Kopfstellen erfasst; die Software berechnet daraus Frequenz- und Konnektivitätsmaße und stellt sie den Normwerten gegenüber. Ein qEEG allein erklärt kein Symptom. Ein verlangsamter frontaler Rhythmus kann eine Schilddrüsenunterfunktion sein, ein unruhiges Salienz-Netzwerk eine Entzündung, die aus dem Darm oder von einer Infektion kommt; deshalb liest der Arzt die Karten neben Labor, Herzratenvariabilität, Bildgebung und Anamnese, und das Assessment entscheidet vorher, ob die Karte überhaupt gebraucht wird.
qEEG · Alpha 8–12 Hz · relative Leistung
Was Sie erwartet
Die Messung ist schmerzfrei und nicht-invasiv: Sie tragen die Kappe, sitzen ruhig, öffnen und schließen die Augen auf Ansage; die Aufzeichnung dauert 20 bis 40 Minuten. Es wird nichts ins Gehirn abgegeben, das qEEG hört nur zu. Keine Strahlung, kein Kontrastmittel, keine Nebenwirkungen; anschließend besprechen wir den Befund mit Ihnen. Was uns die Karten in der Praxis zeigen: Zwei Menschen mit derselben Diagnose zeigen selten dasselbe Muster, und derselbe Mensch zeigt nach einer guten und nach einer schlechten Nacht verschiedene. Deshalb messen wir, wenn wir messen, unter definierten Bedingungen und interpretieren nie eine Karte allein; und was wir aus dem Zusammenspiel von Karte, Labor und Verlauf lernen, verändert das nächste Konzept, das wir für jemanden aufstellen.
Wo es die Fragestellung verlangt, ist das qEEG-Brainmapping der diagnostische Baustein unseres Programms: Es macht das Netzwerkprofil sichtbar und zeigt, welche Verfahren dazu passen, etwa Neurofeedback, rTMS oder andere Neuromodulation. Herangezogen wird es unter anderem bei ADHS, Depression, bei kognitiven Fragestellungen und in der Verlaufskontrolle, wenn wir einen Ausgangsbefund haben, mit dem sich vergleichen lässt.
Alle Erkrankungen im Überblick — und was für Sie infrage kommt, entscheidet das Assessment, bei Bedarf mit qEEG.
Was die Forschung zeigt
Peer-reviewte Arbeiten zu qEEG-Brainmapping — nach Evidenzgrad eingeordnet. Keine Studie beweist einen individuellen Behandlungserfolg.
Der Stellenwert des quantitativen EEG in der klinischen Psychiatrie: Bericht des Forschungskomitees der American Neuropsychiatric Association
Quantitatives EEG als Ergänzung zur symptombasierten psychiatrischen Diagnostik: narrativer Review
Konventionelles und quantitatives EEG in der Psychiatrie
qEEG-Theta/Beta-Verhältnis bei ADHS und Kontrollen: Sensitivität, Spezifität und Verhaltenskorrelate
Quantitatives EEG bei Kindern und Erwachsenen mit ADHS: Leistungsspektren und Theta/Beta-Verhältnis
Quantitatives EEG in der Differenzialdiagnostik von Demenz-Subtypen
Quantitatives EEG in der Diagnostik der Lewy-Körper-Demenz
Neurobiologie des EEG-Biomarkers als Prädiktor des Behandlungsansprechens bei Depression
EEG-Biomarker zur Vorhersage des Ansprechens auf Sertralin und Placebo bei Major Depression
Schädel-Hirn-Trauma aus Sicht des EEG
qEEG-Signaturen von Leistung und funktioneller Konnektivität bei Alzheimer und frontotemporaler Demenz
Mehr: Wissenschaft & Studien.
Fachgesellschaften ordnen das qEEG als objektives Zusatzinstrument ein, dessen Einzelmaße wie das Theta/Beta-Verhältnis erst im Verbund mit Klinik und übrigen Befunden aussagekräftig werden. Bei uns wird es deshalb dann erhoben, wenn es eine Entscheidung verändert, und dann ärztlich gelesen.
Getragen vom Clinicum St. Georg, unter ärztlicher Leitung von Dr. med. univ. Julian Douwes. Ambulant, evidenzgraduiert, auf Ihr Profil abgestimmt. Mehr zu unserem Programm.
Erkrankungen, bei denen wir qEEG-Brainmapping einsetzen
Ob das Verfahren für Sie infrage kommt, entscheidet das Assessment, nicht die Diagnose allein.
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Das entscheidet das Assessment, nicht eine Broschüre. Im kostenlosen Erstgespräch klären wir es, unverbindlich und vertraulich.
