Infektion & Immunsystem

Borreliose:
was sie im Nervensystem hinterlässt

Ob die Borrelien noch aktiv sind, ist eine Frage. Was sie in Ihrem Nervensystem hinterlassen haben, ist eine andere, und sie wird selten gestellt. Als neurologischer Partner des Borreliosezentrums am Clinicum St. Georg stellen wir sie: mit Messung, und mit dem Ziel, das funktionelle Gleichgewicht wiederherzustellen, so weit es geht ohne Chemie.

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  • Ambulant · Bad Aibling
  • Nicht-invasiv

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Lieber sprechen? Rufen Sie uns an: +49 (0)8061 398-0

Sie sind nicht allein

Die Antibiotika sind längst durch, die Blutwerte gelten als unauffällig, und trotzdem fehlen Konzentration, Energie und Schlaf, manchmal auch der Glaube, dass noch jemand zuhört. Zwischen „Das kann nicht mehr von der Borreliose kommen“ und „Das ist alles die Borreliose“ bleibt selten Raum für Sie. Hier bekommen Sie diesen Raum. Wir nehmen Ihre Beschwerden ernst, messen sorgfältig und sagen Ihnen, was wir sehen und was nicht.

In Deutschland werden jährlich schätzungsweise 60.000 bis über 200.000 Borreliose-Erkrankungen angenommen; bei rund 3–15 % der Erkrankten ist das Nervensystem beteiligt, und etwa jeder Zehnte berichtet auch nach leitliniengerechter Antibiotikatherapie über anhaltende Beschwerden.

Was dabei im Gehirn passiert

Symptome haben eine Landkarte

Borrelien sind Spiralbakterien, die nach einem Zeckenstich in Haut, Gelenke, Herz und Nervensystem gelangen können. Erreichen sie das Nervensystem, sprechen Ärzte von Neuroborreliose. Die frühe Neuroborreliose (Wochen bis Monate nach dem Stich) zeigt sich meist als schmerzhafte Nervenwurzelentzündung, Gesichtslähmung oder milde Hirnhautentzündung; sie ist im Nervenwasser gut nachweisbar und mit Antibiotika in der Regel gut behandelbar. Die seltene späte Neuroborreliose kann Monate bis Jahre später Rückenmark und Gehirn betreffen. Und dann gibt es die große Gruppe, um die es auf dieser Seite vor allem geht: Menschen, deren Infektion behandelt wurde und deren Nervensystem trotzdem nicht in sein Gleichgewicht zurückfindet. Konzentration, Gedächtnis und Wortfindung (zentrales Exekutiv- und Aufmerksamkeits-Netzwerk), Stimmung und Antrieb (limbisches Netzwerk), Schmerzverarbeitung und Reizfilter (Salienz-Netzwerk) und die autonome Regulation von Herzschlag, Blutdruck, Schlaf und Temperatur bleiben gestört. Drei Mechanismen greifen dabei ineinander, und jeder hat eine Konsequenz für den Plan. Das Immunsystem: Eine anhaltende Aktivierung der Immunzellen des Gehirns (Neuroinflammation, in PET-Pilotstudien bei Post-Lyme-Beschwerden sichtbar) verändert, wie Netzwerke feuern; wer nur das Netzwerk stimuliert, während die Infektion weiterläuft, arbeitet gegen einen Motor, der nicht abgestellt ist. Deshalb wird die Frage nach der Aktivität der Infektion zuerst geklärt. Das autonome Nervensystem: Eine Schädigung der dünnen Nervenfasern (Small-Fiber-Neuropathie) mit Kribbeln, brennenden Schmerzen und Kreislaufproblemen bis hin zum POTS zeigt sich in der Herzratenvariabilität; deshalb messen wir sie, und deshalb beginnt Regulation oft am Vagusnerv. Und die Mitochondrien: Nach einer Infektion stockt die Energieproduktion der Nervenzellen, und Netzwerke verlieren Leistung, bevor ein Bild es zeigt; deshalb gehören Mikronährstoffe und Stoffwechselwerte ins Assessment. Was bleibt, ist oft eine eingeschlafene Selbstregulation der Hirnnetzwerke, die auch dann bestehen bleibt, wenn der Erreger längst nicht mehr die treibende Kraft ist.

Einen Überblick über die sechs Hirnnetzwerke und eine erste Orientierung gibt die Gehirn-Netzwerk-Analyse.

Unser Weg

Erst das Assessment, dann Ihr Programm.

Das Douwes Brain Center ist die neurologische Seite des Borreliosezentrums am Clinicum St. Georg, in dem seit 1994 mehr als 12.000 Menschen mit Borreliose behandelt wurden. Die Frage, ob und wie eine Infektion noch aktiv ist (Serologie, Lymphozytentransformationstest, Liquor, klinisches Bild), und die antimikrobielle oder integrative Behandlung, etwa Ganzkörper-Hyperthermie oder Apherese, bleiben bei den infektiologischen Kolleginnen und Kollegen des Zentrums. Wir beantworten die Frage, die dort bisher offen blieb: was die Borreliose im Nervensystem hinterlassen hat und wie es wieder in Ordnung kommen kann. In drei Schritten. 1 · Assessment. Anamnese, vorhandene Befunde, Fragebögen zu Fatigue, Schmerz, Schlaf und Stimmung, klinische Untersuchung, Herzratenvariabilität und autonome Funktionstests, standardisierte kognitive Tests und Laborwerte (Entzündung, Mikronährstoffe, Schilddrüse), zusammengeführt in einem Befundbild. Ein qEEG-Brainmapping mit Netzwerkprofil kommt dazu, wenn Brain Fog, Verlangsamung oder Stimmung im Vordergrund stehen und wir wissen müssen, welches Netzwerk wir ansteuern. 2 · Regulieren. Neuromodulation ist dabei ein Baustein, ausgewählt nach Ihrem Profil: taVNS zur Beruhigung des autonomen Nervensystems und der Entzündungsachse, vorsichtig dosierte rTMS oder tDCS bei Fatigue, kognitiver Verlangsamung, Schmerz oder Stimmungstief, Neurofeedback als Training der Selbstregulation und, wo sinnvoll, Photobiomodulation für die Mitochondrien. Daneben stehen Schlaf, Ernährung, gezielt und sparsam eingesetzte Infusionen mit Mikronährstoffen und psychologische Begleitung nach Jahren des Kämpfens um eine Diagnose. Bestehende Medikamente verändern wir nie ohne Ihre behandelnden Ärztinnen und Ärzte. 3 · Wiederherstellen. Funktion, Schlaf und Lebensqualität, mit einer Nachmessung am Ende, damit Sie sehen, was sich verändert hat. Das Programm ergänzt die infektiologische Behandlung und ersetzt sie nicht.

Unser Ziel bleibt dasselbe: das funktionelle Gleichgewicht wiederherzustellen, mit so wenig Medikamenten wie möglich und einem Leben mit hoher Lebensqualität als Maßstab.

Kein Druck

Sie müssen heute nichts entscheiden. Ein Gespräch von 15 bis 20 Minuten reicht, um zu wissen, ob sich ein Assessment für Sie lohnt.

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Passt das zu Ihnen?

Für wen es sinnvoll ist, und für wen nicht

Sinnvoll, wenn …

  • Ihre Borreliose wurde behandelt, aber Konzentration, Energie, Schlaf oder Stimmung haben sich nicht erholt
  • Sie haben Kribbeln, brennende Schmerzen, Herzrasen im Stehen oder eine Belastungsintoleranz, die niemand einordnet
  • Sie sind Patientin oder Patient des Borreliosezentrums und möchten die neurologische Seite messen und gezielt angehen
  • Sie suchen einen medikamentenarmen, messbasierten Weg — ergänzend zur infektiologischen Behandlung

Weniger geeignet, wenn …

  • Sie haben akute neurologische Ausfälle (Gesichtslähmung, starke Nervenschmerzen, Fieber mit Nackensteife) — das gehört sofort in die neurologische Akutversorgung
  • Sie erwarten, dass wir die Infektionsfrage entscheiden oder Antibiotika verordnen — das bleibt bei den infektiologischen Kolleginnen und Kollegen
  • Sie erwarten eine Garantie — die gibt es in seriöser Medizin nicht

Akute Krise oder Suizidgedanken? Bitte wenden Sie sich sofort an ärztliche oder notfallmedizinische Hilfe — Notruf 112 oder die Telefonseelsorge 0800 111 0 111 (kostenlos, rund um die Uhr).

Das Erstgespräch ist kostenlos. Ablauf, Dauer und Kosten eines möglichen Programms besprechen wir danach offen, ambulant bei uns in Bad Aibling.

Wissenschaft & Studien

Was die Forschung zeigt

Peer-reviewte Arbeiten zu Borreliose & Neuroborreliose und den relevanten Verfahren, nach Evidenzgrad eingeordnet. Keine Studie beweist einen persönlichen Behandlungserfolg.

Kurz gesagt: Für einige Verfahren ist die Evidenz solide, für andere noch früh. Wo Ihr Fall steht, klären wir im Assessment, und danach richtet sich das Programm.

Leitlinie

Leitlinie Neuroborreliose — Diagnostik und Therapie in der Neurologie (DGN)

Ger Med Sci· 2020Studie lesen ↗
Leitlinie

EFNS-Leitlinie zur Diagnose und Behandlung der europäischen Neuroborreliose

Eur J Neurol· 2010Studie lesen ↗
Review

Lyme-Borreliose — Übersicht (Nature Reviews Disease Primers)

Nat Rev Dis Primers· 2016Studie lesen ↗
Review

Neuroborreliose — Epidemiologie, Diagnose und Management

Nat Rev Neurol· 2015Studie lesen ↗
Review

Restbeschwerden nach behandelter Neuroborreliose: Häufigkeit und Spektrum — systematische Übersicht

J Neurol· 2016Studie lesen ↗
Review

Behandlung von Post-Treatment-Lyme-Beschwerden — systematische Übersicht

Eur J Neurol· 2024Studie lesen ↗
RCT

Randomisierte Studie: längere Antibiotikatherapie bei anhaltenden Borreliose-Beschwerden

N Engl J Med· 2016Studie lesen ↗
RCT

Zwei kontrollierte Studien zur Antibiotikabehandlung bei anhaltenden Beschwerden nach Borreliose

N Engl J Med· 2001Studie lesen ↗
Studie

Kognitive Einbußen beim Post-Treatment-Lyme-Disease-Syndrom

Arch Clin Neuropsychol· 2019Studie lesen ↗
Pilotstudie

Bildgebung der Gliazell-Aktivierung bei Post-Treatment-Lyme-Beschwerden — PET-Pilotstudie

J Neuroinflammation· 2018Studie lesen ↗
Studie

Small-Fiber-Neuropathie und Post-Treatment-Lyme-Disease-Syndrom

PLoS One· 2019Studie lesen ↗
Fallserie

Posturales Tachykardiesyndrom (POTS) nach Borreliose

Cardiol J· 2011Studie lesen ↗
Review

Neuropsychiatrische Borreliose und Vagusnervstimulation

Antibiotics· 2023Studie lesen ↗
Studie

Vagusnervstimulation hemmt die Zytokinproduktion und mildert die Krankheitsaktivität (rheumatoide Arthritis)

PNAS· 2016Studie lesen ↗
Meta-Analyse

Neurale Modulation des Entzündungssystems durch Vagusnervstimulation — systematische Übersicht und Metaanalyse

Neuromodulation· 2025Studie lesen ↗
Review

Transkutane aurikuläre Vagusnervstimulation: Mechanismen, Anwendungen und Forschungsstand

Front Neurosci· 2026Studie lesen ↗
Studie

Nicht-invasive Vagusnervstimulation bei Fatigue und Immunantwort (Sjögren-Syndrom)

Neuromodulation· 2019Studie lesen ↗
Studie

rTMS bei Long-COVID mit Fatigue und kognitiver Dysfunktion

Prog Rehabil Med· 2023Studie lesen ↗
RCT

tDCS bei Post-COVID-Fatigue: randomisierte, doppelblinde Pilotstudie

Brain Commun· 2023Studie lesen ↗
Studie

rTMS lindert Symptome bei ME/CFS (chronisches Fatigue-Syndrom)

IBRO Neurosci Rep· 2023Studie lesen ↗

Mehr Studien über alle Erkrankungen: Wissenschaft & Studien.

Für Neuromodulation speziell bei Post-Borreliose-Beschwerden gibt es noch keine großen kontrollierten Studien; die Evidenz stammt aus verwandten postinfektiösen Zuständen wie Long COVID und ME/CFS, aus Studien zu Fatigue, Schmerz und Depression und aus der Mechanismusforschung zu Vagusnerv und Entzündung. Wir übertragen sie mit Augenmaß, dosieren vorsichtig und messen nach, als individuellen, aufgeklärten Heilversuch.

Dr. med. univ. Julian Douwes — Ärztlicher Leiter
Dr. med. univ. Julian Douwes

Ein echter Arzt. Eine echte Klinik.

Dr. med. univ. Julian Douwes · Ärztlicher Leiter

Getragen vom Clinicum St. Georg, unter ärztlicher Leitung von Dr. med. univ. Julian Douwes. Ambulant, evidenzgraduiert, ohne Medikamente als ersten Schritt — abgestimmt auf Ihr Profil. Mehr zu unserem Programm.

  • 30+ Jahre Klinik-Erbe
  • 90+ Länder, aus denen Patienten anreisen
  • 30.000+ Behandlungssitzungen der Klinik
Was als Nächstes passiert

In drei ruhigen Schritten

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Kurz Ihr Anliegen — Formular oder Telefon.

2

Kostenloses Erstgespräch

15–20 Min mit unserem medizinischen Team. Kostenlos, unverbindlich.

3

Assessment & gemeinsamer Plan

Wenn es passt, folgt das strukturierte Assessment; ein qEEG kommt dazu, wenn die Fragestellung es verlangt. Daraus entsteht Ihr Plan.

Borreliose & Neuroborreliose: Sprechen wir über Ihren Weg.

Im kostenlosen Erstgespräch klären wir, ob und wie unser gemessenes Programm für Sie infrage kommt — unverbindlich und vertraulich.

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