taVNS – den Vagusnerv
sanft über das Ohr erreichen
Der Vagusnerv ist die Bremse des Nervensystems, und bei vielen Menschen nach einer Infektion oder unter Dauerstress hat sie seit Jahren niemand mehr gedrückt. taVNS erreicht diesen Nerv über eine kleine Elektrode am Ohr, ohne Operation und ohne Nadeln. Ob die Bremse bei Ihnen das Problem ist, zeigt die Herzratenvariabilität im Assessment, bevor wir stimulieren.
taVNS ist die nicht-invasive Form der Vagusnervstimulation. Statt eines implantierten Geräts nutzt sie eine Ohrelektrode am äußeren Ohr (Concha/Tragus), wo ein sensibler Ast des Vagusnervs dicht unter der Haut verläuft. Ein kleiner Stimulator gibt sanfte elektrische Impulse ab, und der Nerv leitet sie weiter zum Hirnstamm. Der Vagus ist damit erreichbar, ohne dass jemand operiert werden muss.
Gerät bei uns: Ohrelektrode (aurikuläre taVNS)
Der Wirkmechanismus, verständlich
Der Vagusnerv ist die zentrale Verbindung zwischen Gehirn und Körper und ein Hauptregler des parasympathischen Nervensystems, also von Ruhe und Erholung. Über den aurikulären Ast am Ohr laufen die Impulse zum Nucleus tractus solitarii im Hirnstamm und von dort in Netzwerke, die Stimmung, Stressverarbeitung und Aufmerksamkeit mitregulieren, darunter das limbische und das Salienz-Netzwerk. Intensität und Frequenz stellen wir so ein, dass es spürbar, aber nicht schmerzhaft ist. taVNS ist für uns ein Baustein, kein Programm: Der Darm spricht über genau diesen Nerv mit dem Gehirn, und eine Infektion, die das Immunsystem im Dauerbetrieb hält, schickt Entzündungssignale auf demselben Weg; deshalb stehen Darmdiagnostik sowie Infektions- und Entzündungsmarker im selben Plan wie die Ohrelektrode, und das Assessment sagt vorher, ob der Vagus überhaupt der richtige Ansatzpunkt ist.
Für uns ist taVNS vor allem ein Weg, das funktionelle Gleichgewicht zu regulieren, ohne zusätzliche Medikamente einzusetzen — mit dem Ziel, Funktion und Lebensqualität wiederherzustellen.
Was Sie erwartet
Eine Sitzung dauert 20 bis 60 Minuten; Sie sitzen entspannt, während die Ohrelektrode ein leichtes Kribbeln oder Pulsieren am Ohr erzeugt. Mögliche, meist milde Nebenwirkungen sind lokales Kribbeln, Rötung oder ein Druckgefühl am Ohr, selten leichte Kopfschmerzen oder Schwindel; Vorerkrankungen wie bestimmte Herzrhythmusstörungen klärt Dr. med. univ. Julian Douwes vor dem ersten Einsatz ab. Was wir bei postinfektiösen Verläufen sehen: Bei Long COVID und ME/CFS steht taVNS bei uns selten allein, und wo sich die Herzratenvariabilität im Verlauf bewegt, ist das meist dort, wo Schlaf und eine Entzündungsquelle gleichzeitig bearbeitet wurden. Deshalb setzen wir taVNS als Teil einer Kombination ein, auf die Person zugeschnitten und als aufgeklärter Heilversuch, und die Verläufe, die wir sehen, prägen das nächste Konzept.
Im Rahmen unseres Programms kommt taVNS infrage bei Depression, Angst, Migräne, Epilepsie, bei Schlaf- und Stressthemen und bei der autonomen Dysregulation nach Infektionen, etwa bei Long COVID. Für diese Indikationen setzen wir taVNS als individuellen, aufgeklärten Heilversuch ein, meist neben anderen Bausteinen des Plans.
Alle Erkrankungen im Überblick — und was für Sie infrage kommt, entscheidet das Assessment, bei Bedarf mit qEEG.
Was die Forschung zeigt
Peer-reviewte Arbeiten zu taVNS (Transkutane aurikuläre Vagusnervstimulation) — nach Evidenzgrad eingeordnet. Keine Studie beweist einen individuellen Behandlungserfolg.
Wirksamkeit und Sicherheit der taVNS bei depressiven Störungen: systematischer Review und Metaanalyse randomisierter Studien
taVNS bei Post-Stroke-Depression: doppelblinde, randomisierte, placebokontrollierte Studie
taVNS bei pharmakoresistenter Epilepsie: randomisierte, doppelblinde klinische Studie
taVNS bei Epilepsie – Übersicht
taVNS bei Migräne: eine fMRT-Studie
Sicherheit der taVNS: systematischer Review und Metaanalyse
taVNS bei Insomnie: systematischer Review und Metaanalyse
Aurikuläre Vagusnervstimulation bei chronischem und akutem Schmerz: systematischer Review und Metaanalyse
taVNS als Brücke zwischen zentralem und peripherem System: eine Übersicht
Kritischer Review der transkutanen Vagusnervstimulation: Herausforderungen für die klinische Umsetzung
Mehr: Wissenschaft & Studien.
Zu taVNS gibt es randomisierte Studien und Metaanalysen, etwa bei Depression, Epilepsie und Schlafstörungen; Protokolle und Effektstärken unterscheiden sich noch von Studie zu Studie. Intensität, Frequenz und Dauer stellen wir an Ihrer Reaktion ein und verfolgen die Herzratenvariabilität im Verlauf.
Getragen vom Clinicum St. Georg, unter ärztlicher Leitung von Dr. med. univ. Julian Douwes. Ambulant, evidenzgraduiert, auf Ihr Profil abgestimmt. Mehr zu unserem Programm.
Erkrankungen, bei denen wir taVNS einsetzen
Ob das Verfahren für Sie infrage kommt, entscheidet das Assessment, nicht die Diagnose allein.
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Das entscheidet das Assessment, nicht eine Broschüre. Im kostenlosen Erstgespräch klären wir es, unverbindlich und vertraulich.
