rTMS bei Tinnitus
Bei chronischem Tinnitus kann die repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS) ein nicht-invasiver Versuch sein, überaktive Bereiche der Hörverarbeitung zu beruhigen. „Damit müssen Sie leben“ ist ein Satz über die Grenzen des Ohrs, nicht über die des Gehirns: Das Geräusch entsteht in der Verarbeitung, und dort lässt sich ansetzen. Die Evidenz ist gemischt; bei einem Teil der Betroffenen sinken Lautheit und Belastung, bei anderen nicht. Deshalb steht bei uns ein Assessment vor jeder Spule.
Zuletzt aktualisiert: 2026-07-25 · Medizinisch verantwortet von Dr. med. univ. Julian Douwes
Was bei Tinnitus im Gehirn passiert
Tinnitus entsteht oft nicht im Ohr allein, sondern im Gehirn: Nach einem Hörschaden oder Stress kann das auditorische System überaktiv werden und ein Geräusch „erzeugen", das keine äußere Quelle hat. Beteiligt sind Hörzentren sowie Netzwerke für Aufmerksamkeit und emotionale Bewertung, deshalb ist Tinnitus oft mit Anspannung und schlechtem Schlaf verknüpft.
rTMS zielt darauf, diese Überaktivität zu dämpfen. Wie eng Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Belastung zusammenhängen, zeigt der Überblick zu den sechs Hirnnetzwerken.
Wie rTMS bei Tinnitus ansetzt
Eine Magnetspule sendet schmerzfreie Impulse auf Areale der Hörverarbeitung (häufig der temporoparietale Kortex). Niedrigfrequente Protokolle sollen dort die Überaktivität herunterregulieren. rTMS ist ein Serien-Verfahren über mehrere Sitzungen, kein einmaliger Eingriff.
Wie die Technik grundsätzlich funktioniert, lesen Sie auf der Seite rTMS. Am Anfang steht bei uns ein strukturiertes Assessment; ein qEEG-Brainmapping kommt dazu, wenn es die Wahl der Zielregion präzisiert.
Neurofeedback als ergänzender Baustein
Weil Tinnitus stark mit Aufmerksamkeit und Anspannung verbunden ist, kann Neurofeedback ein sinnvoller zweiter Baustein sein: Es trainiert die Selbstregulation und kann helfen, die Fokussierung auf das Geräusch zu lockern und die Belastung zu senken. Bei uns wird selten „nur ein Gerät" eingesetzt, sondern ein abgestimmtes Programm, das zu Ihrem gemessenen Profil passt.
Was sagt die Evidenz?
Die Studienlage zu rTMS bei Tinnitus ist gemischt. Einige Studien und Metaanalysen zeigen moderate Effekte bei einem Teil der Betroffenen, andere finden keinen klaren Nutzen über Placebo hinaus. Wie stark Sie ansprechen, ist individuell, deshalb messen wir vorher und nach.
Wir formulieren das bewusst offen: rTMS bei Tinnitus ist ein Versuch mit realistischer Erfolgschance bei einem Teil der Menschen, kein sicheres Rezept. Ob es für Sie sinnvoll ist, klären wir individuell. Die Studienlage fassen wir unter Wissenschaft & Studien zusammen.
Ablauf, Sicherheit und Nebenwirkungen
Nach dem Assessment legen wir Zielregion, Frequenz und Sitzungszahl fest. Die Sitzungen finden meist mehrmals pro Woche über einige Wochen statt; Sie sind wach und danach sofort alltagstauglich. rTMS gilt als gut verträglich; am häufigsten sind ein Klopfgefühl oder kurzzeitige Kopfschmerzen an der Stimulationsstelle. Ob eine Serie für Sie sinnvoll ist, klären wir im kostenlosen Erstgespräch.
Gegenanzeigen (etwa bestimmte Metallimplantate im Kopf, Epilepsie in der Vorgeschichte) prüfen wir vorab. Mehr unter Ist rTMS schmerzhaft? und auf der Seite Tinnitus.
Häufige Fragen
Kann rTMS Tinnitus heilen?
Warum wird das Gehirn und nicht das Ohr behandelt?
Wird rTMS oft mit anderen Verfahren kombiniert?
Ist rTMS bei Tinnitus schmerzhaft?
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Ein Artikel kennt Ihr Befundbild nicht.
Was für Sie infrage kommt, zeigt das strukturierte Assessment. Das kostenlose Erstgespräch dauert 15 bis 20 Minuten und klärt, ob sich dieser Weg für Sie lohnt.