Tinnitus

Wenn die Stille
nie ganz still wird

Der Ton entsteht meist nicht im Ohr, sondern in der Hörverarbeitung des Gehirns, und wie laut er ist, entscheiden Aufmerksamkeit, Stress und Schlaf. Das ist die gute Nachricht: An diesen drei Dingen lässt sich arbeiten, auch wenn das Ohr bleibt, wie es ist.

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Sie sind nicht allein

Drei Jahre nach dem Hörsturz, und die Stille ist nie mehr still geworden. „Damit müssen Sie leben“ hat der HNO-Arzt gesagt, und für das Ohr stimmt das vielleicht. Für das Gehirn, das den Ton als wichtig markiert, ihn nachts lauter macht und an stressigen Tagen nach vorn holt, stimmt es nicht. Wir nehmen die Belastung ernst, die niemand hört außer Ihnen.

Etwa 10 bis 15 % der Erwachsenen erleben anhaltenden Tinnitus; bei einem Teil davon führt er zu erheblicher Belastung von Schlaf, Konzentration und Stimmung.

Was dabei im Gehirn passiert

Symptome haben eine Landkarte

Bei chronischem Tinnitus verändert sich die zentrale Hörverarbeitung: Fällt Höreingang weg, wird der auditorische Kortex überaktiv und erzeugt ein Phantomgeräusch. Wie stark es belastet, entscheiden andere Netzwerke: das Salienz-Netzwerk, das den Ton als wichtig markiert, und das limbische Netzwerk, das ihn mit Stress und Angst koppelt. Zwei Systeme drehen daran mit. Die Stressachse: Erhöhtes Cortisol und ein Sympathikus ohne Bremse senken die Schwelle, ab der das Gehirn den Ton nach vorn holt; deshalb ist er an harten Tagen lauter. Der Schlaf: Wer wegen des Tons schlecht einschläft, hat am nächsten Tag weniger Filterkapazität, und der Ton wird lauter, ein Kreis, der sich selbst füttert. Deshalb behandeln wir Stressregulation und Schlaf zusammen mit der Hörrinde. HNO-Abklärung, Bildgebung und neurologische Untersuchung schließen zuerst andere Ursachen aus.

Einen Überblick über die sechs Hirnnetzwerke und eine erste Orientierung gibt die Gehirn-Netzwerk-Analyse.

Unser Weg

Erst das Assessment, dann Ihr Programm.

Am Anfang steht ein strukturiertes Assessment: Ihre HNO-Befunde und das Audiogramm, die Vorgeschichte seit dem Hörsturz, Fragebögen zu Tinnitus-Belastung, Schlaf und Stress, eine klinische Untersuchung, bei Bedarf Labor und Bildgebung. Ein qEEG-Brainmapping kommt dazu, wenn wir sehen wollen, ob die Hörrinde tatsächlich überaktiv ist und wie stark das Salienz-Netzwerk mitzieht. Daraus entsteht Ihr Programm, in dem Neuromodulation ein Baustein ist: rTMS über dem auditorischen Kortex und tDCS gehören zu den am meisten untersuchten Verfahren bei Tinnitus, Neurofeedback und taVNS zielen auf Selbstregulation und die Entkopplung von Ton und Stress. Daneben stehen Schlaf und das, was die Stressachse verlangt. Medikamente, die Sie nehmen, bleiben, wie sie sind, solange Ihre behandelnde Ärztin oder Ihr Arzt nichts anderes entscheidet. Bringen Sie das Audiogramm zum Erstgespräch mit.

Unser Ziel bleibt dasselbe: das funktionelle Gleichgewicht wiederherzustellen, mit so wenig Medikamenten wie möglich und einem Leben mit hoher Lebensqualität als Maßstab.

Kein Druck

Sie müssen heute nichts entscheiden. Ein Gespräch von 15 bis 20 Minuten reicht, um zu wissen, ob sich ein Assessment für Sie lohnt.

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Passt das zu Ihnen?

Für wen es sinnvoll ist, und für wen nicht

Sinnvoll, wenn …

  • Medikamente oder Therapie haben bisher nicht ausgereicht
  • Sie suchen einen messbasierten, nicht-invasiven Weg
  • Sie sind offen für eine ambulante Behandlung in Bad Aibling

Weniger geeignet, wenn …

  • Sie erwarten eine reine Fern- oder Online-Behandlung ohne Vor-Ort-Diagnostik
  • Sie erwarten eine Garantie — die gibt es in seriöser Medizin nicht

Akute Krise oder Suizidgedanken? Bitte wenden Sie sich sofort an ärztliche oder notfallmedizinische Hilfe — Notruf 112 oder die Telefonseelsorge 0800 111 0 111 (kostenlos, rund um die Uhr).

Das Erstgespräch ist kostenlos. Ablauf, Dauer und Kosten eines möglichen Programms besprechen wir danach offen, ambulant bei uns in Bad Aibling.

Wissenschaft & Studien

Was die Forschung zeigt

Peer-reviewte Arbeiten zu Tinnitus und den relevanten Verfahren, nach Evidenzgrad eingeordnet. Keine Studie beweist einen persönlichen Behandlungserfolg.

Kurz gesagt: Für einige Verfahren ist die Evidenz solide, für andere noch früh. Wo Ihr Fall steht, klären wir im Assessment, und danach richtet sich das Programm.

Meta-Analyse

Neuromodulation zur Behandlung von Tinnitus — systematische Übersicht & Metaanalyse

Otolaryngol Head Neck Surg· 2024Studie lesen ↗
Meta-Analyse

Repetitive transkranielle Magnetstimulation bei chronischem Tinnitus — systematische Übersicht & Metaanalyse

BMC Psychiatry· 2020Studie lesen ↗
RCT

Repetitive transkranielle Magnetstimulation bei chronischem Tinnitus — randomisierte klinische Studie

JAMA Otolaryngol Head Neck Surg· 2015Studie lesen ↗
Meta-Analyse

Nicht-invasive Neuromodulation bei Tinnitus — Metaanalyse und Modellierungsstudien

Brain Stimulation· 2021Studie lesen ↗
RCT

Dual-Site transkranielle Gleichstromstimulation zur Behandlung von Tinnitus — randomisierte kontrollierte Studie

Brain· 2022Studie lesen ↗
Meta-Analyse

Nicht-invasive Behandlungen verbessern Ergebnisse bei chronischem Tinnitus — systematische Übersicht & Netzwerk-Metaanalyse

Braz J Otorhinolaryngol· 2024Studie lesen ↗
Meta-Analyse

Transkranielle Gleichstromstimulation bei Tinnitus-Patienten — systematische Übersicht & Metaanalyse

ScientificWorldJournal· 2012Studie lesen ↗
RCT

fMRT-Neurofeedback übertrifft kognitive Verhaltenstherapie bei Tinnitus-Belastung — randomisierte klinische Studie

Radiology· 2024Studie lesen ↗
RCT

Individualisiertes Alpha/Delta-Neurofeedback bei chronischem Tinnitus — randomisierte kontrollierte Studie

Neural Plasticity· 2019Studie lesen ↗
RCT

Vagusnerv-Stimulation kombiniert mit Tönen zur Behandlung von Tinnitus — randomisierte, doppelblinde Pilotstudie

Scientific Reports· 2017Studie lesen ↗

Mehr Studien über alle Erkrankungen: Wissenschaft & Studien.

Metaanalysen zu rTMS und tDCS bei chronischem Tinnitus zeigen für einen Teil der Betroffenen weniger Lautheit und Belastung, mit uneinheitlichen Effektstärken; ganz zum Schweigen bringt Neuromodulation den Ton selten. Ob Ihr Gehirn zu diesem Teil gehört, zeigt der Belastungsfragebogen nach dem ersten Block, und daran hängt, ob wir weitermachen.

Dr. med. univ. Julian Douwes — Ärztlicher Leiter
Dr. med. univ. Julian Douwes

Ein echter Arzt. Eine echte Klinik.

Dr. med. univ. Julian Douwes · Ärztlicher Leiter

Getragen vom Clinicum St. Georg, unter ärztlicher Leitung von Dr. med. univ. Julian Douwes. Ambulant, evidenzgraduiert, ohne Medikamente als ersten Schritt — abgestimmt auf Ihr Profil. Mehr zu unserem Programm.

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Assessment & gemeinsamer Plan

Wenn es passt, folgt das strukturierte Assessment; ein qEEG kommt dazu, wenn die Fragestellung es verlangt. Daraus entsteht Ihr Plan.

Tinnitus: Sprechen wir über Ihren Weg.

Im kostenlosen Erstgespräch klären wir, ob und wie unser gemessenes Programm für Sie infrage kommt — unverbindlich und vertraulich.

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