Was ist ein qEEG-Brainmapping?
Ein qEEG (quantitatives EEG) ist eine computergestützte Auswertung Ihrer Hirnaktivität: Die gemessenen Hirnwellen werden mit einer Normdatenbank verglichen und zu einer Art Landkarte Ihres Gehirns verarbeitet. Es ist ein Diagnostik-Werkzeug, keine Therapie. Bei uns ist es ein Baustein des Assessments: Ob ein qEEG dazukommt, entscheiden wir nach Anamnese, Befunden und Fragestellung, nicht vorher. Wo es eingesetzt wird, beantwortet es eine Frage, die kein Gespräch beantworten kann: welche Region in welchem Rhythmus vom Normbereich abweicht.
Zuletzt aktualisiert: 2026-07-25 · Medizinisch verantwortet von Dr. med. univ. Julian Douwes
Vom EEG zum qEEG: der Unterschied
Ein klassisches EEG zeichnet die elektrische Aktivität des Gehirns als Kurven auf. Ein qEEG geht einen Schritt weiter: Es verarbeitet diese Signale rechnerisch und vergleicht sie mit den Werten vieler gesunder Menschen (einer Normdatenbank). So wird sichtbar, wo Ihre Hirnaktivität vom Durchschnitt abweicht: etwa zu viel oder zu wenig Aktivität in bestimmten Regionen oder eine ungünstige Zusammenarbeit von Arealen.
Das Ergebnis ist eine anschauliche „Landkarte". Sie ist der Ausgangspunkt für einen individuellen Plan. Alles zur Messung finden Sie auf unserer Seite Diagnostik und auf der Verfahrensseite qEEG-Brainmapping.
Was ein qEEG sichtbar machen kann
Ein qEEG kann Muster zeigen, die mit bestimmten Beschwerden zusammenhängen, zum Beispiel:
- Regionen mit auffällig hoher oder niedriger Aktivität,
- eine ungünstige Balance zwischen Anspannung und Ruhe,
- Hinweise auf die Beanspruchung einzelner Hirnnetzwerke.
Diese Muster helfen, eine Behandlung gezielt zu planen, etwa welche Region bei einer rTMS sinnvoll ist oder worauf ein Neurofeedback-Training abzielt. Wichtig: Ein qEEG stellt keine psychiatrische Diagnose. Es ist ein Baustein, den ein Arzt einordnet.
So läuft ein qEEG-Termin ab
- Vorbereitung. Sie kommen mit sauberen, produktfreien Haaren. Eine Kappe mit Sensoren wird aufgesetzt, schmerzfrei, kein Strom.
- Messung. Sie sitzen ruhig, meist mit geschlossenen und geöffneten Augen, manchmal während einer einfachen Aufgabe. Die reine Messung dauert oft nur 15–30 Minuten.
- Auswertung. Die Daten werden mit der Normdatenbank verglichen und zur Landkarte verarbeitet.
- Besprechung. Ein Arzt erklärt Ihnen die Ergebnisse und leitet daraus einen individuellen Plan ab.
Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Beschreibung finden Sie unter Ablauf eines qEEG-Termins. Das qEEG ist Teil unseres multimodalen Vorgehens, mehr dazu auf der Seite Diagnostik.
qEEG als Teil eines größeren Bildes
Ein qEEG ist stark, aber nie allein aussagekräftig. Bei uns ist es einer von mehreren Bausteinen: Wir beziehen bei Bedarf Bildgebung (z. B. MRT-Befunde, um strukturelle Ursachen auszuschließen), eine funktionelle und neurologische Untersuchung, klinische Fragebögen sowie Laborwerte mit ein. Erst ein Arzt führt diese Ebenen zu einem kohärenten Bild zusammen.
Aus diesem Gesamtbild entsteht das individuelle Programm, statt „ein Gerät für alle". So vermeiden wir Fehlschlüsse aus einer einzelnen Messung.
Grenzen und Einordnung
Das qEEG ist ein wertvolles, aber nicht allmächtiges Werkzeug. Die wissenschaftliche Bewertung einzelner qEEG-Anwendungen ist unterschiedlich, und ein qEEG allein „beweist" keine Erkrankung. Sein Wert liegt darin, Behandlungen individueller und nachvollziehbarer zu machen und den Verlauf messbar zu halten.
Deshalb setzen wir es als Diagnostik-Baustein ein, nicht als Diagnose-Automat. Wie wir mit Evidenz umgehen, lesen Sie unter Wissenschaft & Studien.
Der nächste Schritt
Wenn Sie wissen möchten, ob ein qEEG bei Ihren Beschwerden etwas zeigen könnte, ist der beste Einstieg das kostenlose Erstgespräch: Dort klären wir, ob Ihre Fragestellung ein qEEG braucht oder ob das Assessment ohne auskommt. Einen ersten, unverbindlichen Eindruck Ihrer beanspruchten Netzwerke gibt die Gehirn-Netzwerk-Analyse; sie ist eine Orientierung, keine Diagnose und ersetzt kein ärztliches Gespräch.
Häufige Fragen
Ist ein qEEG schmerzhaft oder gefährlich?
Stellt ein qEEG eine Diagnose?
Wie muss ich mich vorbereiten?
Warum ist das qEEG so wichtig für die Behandlung?
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