Sicherheit & Nebenwirkungen

Ist rTMS schmerzhaft? Was Sie spüren, was nicht

Wer vor der ersten rTMS-Sitzung steht, hat meist zwei Fragen: Tut das weh, und ist es sicher? Die erste beantworten die meisten nach der ersten Sitzung selbst: Es ist ungewohnt, nicht schmerzhaft. Sie spüren ein rhythmisches Klopfen auf der Kopfhaut, hören ein taktendes Geräusch und bleiben die ganze Zeit wach. Die häufigste Nebenwirkung ist ein leichter Kopfschmerz danach, der nach den ersten Sitzungen verschwindet. Die zweite Frage klären wir vor der ersten Sitzung, mit einer Kontraindikationsprüfung, die keinen Punkt auslässt.

Zuletzt aktualisiert: 2026-07-25 · Medizinisch verantwortet von Dr. med. univ. Julian Douwes

Ist rTMS schmerzhaft? Was Sie spüren, was nicht

Wie fühlt sich eine rTMS-Sitzung an?

Sie sitzen bequem in einem Behandlungsstuhl, die Magnetspule liegt außen an Ihrem Kopf an. Sobald die Impulsserien beginnen, spüren Sie ein Klopfen oder Klopf-Kribbeln auf der Kopfhaut, ähnlich, als würde jemand rhythmisch mit dem Finger tippen. Dazu hören Sie ein taktendes Klick-Geräusch, gegen das Sie einen Gehörschutz tragen.

Bei manchen Menschen zuckt die Stirn- oder Gesichtsmuskulatur unter der Spule leicht mit. Das ist normal und harmlos, kann sich aber in den ersten Minuten ungewohnt anfühlen. In aller Regel gewöhnt man sich innerhalb der ersten Sitzungen daran. Von Schmerz im eigentlichen Sinn berichten die wenigsten, eher von einem intensiven, aber gut auszuhaltenden Gefühl.

Mehr zum Verfahren finden Sie auf unserer Seite zu rTMS.

Die häufigsten Nebenwirkungen

rTMS gehört zu den gut untersuchten neuromodulativen Verfahren, und die typischen Nebenwirkungen sind mild und vorübergehend:

  • Kopfschmerzen direkt nach der Sitzung – meist leicht und mit einem einfachen Schmerzmittel gut beherrschbar.
  • Empfindlichkeit oder Spannungsgefühl der Kopfhaut an der Stelle, an der die Spule anlag.
  • Leichtes Zwicken der Gesichtsmuskeln während der Impulse.
  • Selten kurzzeitige Benommenheit oder Müdigkeit.

Diese Beschwerden lassen üblicherweise nach den ersten Sitzungen nach, weil sich der Körper an die Stimulation gewöhnt. Anschließend können Sie unmittelbar Ihren Alltag fortsetzen – Auto fahren, arbeiten, alles wie gewohnt.

Wie sicher ist rTMS wirklich?

rTMS ist ein nicht-invasives Verfahren: keine Operation, keine Narkose, keine Medikamente. Es ist nicht mit der Elektrokrampftherapie zu verwechseln. Das seltenste, aber ernsteste Risiko ist ein Krampfanfall – dieser tritt bei fachgerechter Anwendung sehr selten auf (in großen Sicherheitsübersichten deutlich unter einem Promille der Behandelten).

Genau deshalb prüfen wir vor Beginn sorgfältig Ihre Vorgeschichte, halten uns an etablierte Sicherheitsleitlinien und arbeiten unter dem Dach des Clinicum St. Georg. Den aktuellen Evidenz- und Sicherheitsstand legen wir Ihnen transparent dar – mehr dazu auf unserer Seite zur Wissenschaft.

Für wen ist rTMS nicht geeignet?

Manche Menschen sollten kein rTMS erhalten oder nur nach besonders sorgfältiger Abwägung. Dazu gehören insbesondere:

  • Metallische Implantate im Kopf-/Halsbereich (z. B. Aneurysma-Clips, Cochlea-Implantate, bestimmte Stimulatoren) – Magnetfelder und Metall vertragen sich nicht.
  • Ein Herzschrittmacher oder andere aktive Implantate in Kopfnähe.
  • Eine bekannte Epilepsie oder ein erhöhtes Anfallsrisiko.

Diese Punkte klären wir immer vor der ersten Behandlung. Ob rTMS für Sie infrage kommt, entscheiden wir nie pauschal, sondern erst nach dem Assessment und dem ärztlichen Gespräch. Genau dafür gibt es das kostenlose Erstgespräch.

Warum wir zuerst messen

Wir setzen rTMS nicht auf gut Glück ein. Vor der ersten Sitzung steht ein strukturiertes Assessment: Anamnese, vorhandene Befunde, Fragebögen, klinische Untersuchung. Ob ein qEEG-Brainmapping dazukommt, um das betroffene Netzwerk zu lokalisieren, entscheidet die Fragestellung. Erst danach legen wir fest, welches Areal und welches Protokoll sinnvoll sind, oder ob eine andere Behandlung besser passt.

Dieses Vorgehen erhöht die Chance, dass die Behandlung zu Ihnen passt, und es erhöht die Sicherheit: Wir stimulieren gezielt und dosiert statt breit und pauschal. Wie gut Sie ansprechen, zeigt der Verlauf. Deshalb messen wir vorher und begleiten ihn eng.

Häufige Fragen

Tut rTMS weh?
Für die meisten Menschen nicht. Sie spüren ein rhythmisches Klopfen auf der Kopfhaut und hören ein taktendes Geräusch. Manche empfinden das anfangs als unangenehm oder ungewohnt, aber echte Schmerzen sind selten und die Gewöhnung erfolgt meist rasch.
Bekomme ich nach der Behandlung Kopfschmerzen?
Ein leichter, vorübergehender Kopfschmerz ist die häufigste Nebenwirkung und lässt sich mit einem einfachen Schmerzmittel gut lindern. Er klingt meist nach den ersten Sitzungen ab, wenn sich der Körper an die Stimulation gewöhnt hat.
Ist rTMS gefährlich?
rTMS ist nicht-invasiv und gilt als gut verträglich. Das seltenste, aber ernsteste Risiko ist ein Krampfanfall, der bei fachgerechter Anwendung sehr selten auftritt. Wir prüfen deshalb vorher Kontraindikationen und halten uns an etablierte Sicherheitsleitlinien.
Bin ich während der Behandlung wach?
Ja. Sie sind während der gesamten Sitzung wach und ansprechbar, es ist keine Narkose nötig. Danach können Sie sofort wieder Auto fahren und Ihrem Alltag nachgehen.
Wann sollte ich kein rTMS bekommen?
Vorsicht ist geboten bei metallischen Implantaten im Kopfbereich, aktiven Implantaten wie Herzschrittmachern nahe des Kopfes und bei bekannter Epilepsie. Ob rTMS für Sie infrage kommt, klären wir vor der ersten Sitzung, im Erstgespräch und im Assessment.

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