Neurofeedback bei Angststörungen
Neurofeedback ist ein nicht-invasives Training, bei dem Sie Ihre eigene Hirnaktivität in Echtzeit sehen und lernen, sie zu regulieren. Bei Angststörungen zielt es auf das Warnsystem, das bei Ihnen zu empfindlich eingestellt ist: Sie üben, es selbst herunterzuregeln, statt nur gegen die Symptome anzugehen. Es ist Selbstregulations-Training, kein Medikament, und es beginnt mit einem Assessment, das klärt, welches Muster trainiert werden soll.
Zuletzt aktualisiert: 2026-07-25 · Medizinisch verantwortet von Dr. med. univ. Julian Douwes
Was bei Angst im Gehirn passiert
Angst ist an sich sinnvoll: Sie schützt uns. Bei einer Angststörung ist das Warnsystem jedoch überempfindlich eingestellt: Das Salienz-Netzwerk (der „Türsteher", der entscheidet, was wichtig ist) und limbische Strukturen wie die Amygdala melden Gefahr, obwohl keine besteht. Der Körper reagiert mit Herzrasen, Anspannung, Grübeln.
Neurofeedback setzt genau hier an: Es trainiert die Fähigkeit, aus dem Alarmmodus wieder in einen ruhigeren Zustand zu wechseln. Welche Netzwerke bei Ihnen besonders beansprucht sind, beschreibt unser Überblick zu den sechs Hirnnetzwerken.
Wie Neurofeedback funktioniert
Über Sensoren an der Kopfhaut wird Ihre Hirnaktivität gemessen (kein Strom, keine Impulse gehen ins Gehirn). Diese Aktivität wird in ein Feedback übersetzt, etwa ein Film, der klarer läuft, oder ein Ton, wenn Ihr Gehirn in einen günstigeren Zustand findet. So lernt das Gehirn Schritt für Schritt, sich selbst besser zu regulieren, ähnlich wie Muskeltraining, nur für die Selbststeuerung.
Grundlage ist häufig ein vorheriges qEEG-Brainmapping, damit das Training zu Ihrem Muster passt. Mehr zum Verfahren auf der Seite Neurofeedback.
Ablauf einer Neurofeedback-Sitzung
- Assessment zuerst. Anamnese, Fragebögen und ärztliches Gespräch klären Ihr Ziel; ein qEEG zeigt, welches Muster trainiert werden soll.
- Setup. Sensoren werden platziert, schmerzfrei und ohne Vorbereitung Ihrerseits.
- Training. Sie schauen einen Film oder ein Feedbacksignal und „belohnen" ohne Anstrengung die günstigen Zustände. Eine Sitzung dauert meist 30–45 Minuten.
- Wiederholung. Neurofeedback wirkt über viele Sitzungen; Regelmäßigkeit ist entscheidend.
Bei uns ist Neurofeedback selten allein, sondern Teil eines abgestimmten Programms.
Was ist realistisch? Evidenz und Grenzen
Für Neurofeedback bei Angst gibt es unterstützende Studien, die Studienlage ist jedoch heterogen und methodisch nicht durchgängig hochwertig. Neurofeedback kann bei vielen Menschen zu mehr Ruhe und besserer Selbstregulation beitragen und ersetzt keine leitliniengerechte Behandlung der Angststörung (etwa Psychotherapie).
Wir setzen Neurofeedback als ergänzenden Baustein ein und messen den Verlauf. Eine offene Einordnung finden Sie unter Wissenschaft & Studien.
Sicherheit und Verträglichkeit
Neurofeedback ist nicht-invasiv und gilt als sehr sicher, es fließt kein Strom ins Gehirn, es werden nur Signale gemessen. Manche Menschen fühlen sich nach den ersten Sitzungen kurz müde oder aktiviert; solche Effekte sind meist mild und vorübergehend. Es ist keine Narkose nötig, und Sie sind sofort wieder alltagstauglich.
Für wen kommt Neurofeedback infrage?
Neurofeedback kann interessant sein, wenn Sie Ihre Selbstregulation gezielt trainieren möchten: begleitend zu Psychotherapie, bei Unverträglichkeit von Medikamenten oder als Teil eines breiteren Programms. Ob es für Sie passt, entscheidet sich nach dem Assessment und dem ärztlichen Gespräch. Der erste Schritt ist ein kostenloses Erstgespräch.
Mehr zum Krankheitsbild unter Angststörung. Einen ersten Eindruck gibt die Gehirn-Netzwerk-Analyse: Orientierung, keine Diagnose.
Häufige Fragen
Fließt beim Neurofeedback Strom ins Gehirn?
Wie viele Sitzungen sind nötig?
Ersetzt Neurofeedback eine Psychotherapie oder Medikamente?
Kann Neurofeedback Angst heilen?
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Was für Sie infrage kommt, zeigt das strukturierte Assessment. Das kostenlose Erstgespräch dauert 15 bis 20 Minuten und klärt, ob sich dieser Weg für Sie lohnt.